Für die neue Gruppenausstellung ” Drei Positionen” im Kunstverein Offenbach werden drei unterschiedliche künstlerische Positionen zusammengeführt – die von Tobias Degel, Maha Zarkout und Annett Gioia. Ihre Arbeiten eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Form, Farbe, Wahrnehmung und menschliche Erfahrung.
Tobias Degel nähert sich dem Bild aus einer grafisch-expressiven Perspektive und verbindet Kunst mit visueller Kommunikation. Maha Zarkout schafft abstrakte Bildräume, in denen Licht, Dunkelheit und Bewegung miteinander in Dialog treten. Annett Gioia richtet den Blick auf den Menschen und macht Emotion und Persönlichkeit in figurativen Arbeiten sichtbar.
Gerade diese Unterschiede machen den Reiz der Gruppenausstellung aus. Die Werke treten miteinander in einen offenen Dialog und zeigen, wie vielfältig zeitgenössische Kunst sein kann – zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Zeichen und Erzählung, zwischen äußerer Form und innerer Wahrnehmung.
Tobias Degel
Zwischen Illustration, Grafik, Kalligrafie und Malerei bewegt sich die Kunst von Tobias Degel. Der in Wiesbaden lebende Künstler und Kommunikationsdesigner verbindet eine klare gestalterische Sprache mit Experimentierfreude und einem besonderen Gespür für Formen, Zeichen und Farben.
In seinen Arbeiten treffen grafische Elemente auf expressive Bildwelten, Typografie wird zum eigenständigen Gestaltungsmittel und vertraute Motive erscheinen in überraschenden Zusammenhängen. Inspiration findet Degel unter anderem in Musik, Popkultur und der Kunst von Künstlern wie Keith Haring oder Jean-Michel Basquiat.
Seine Arbeiten zeugen von einem spielerischen Umgang mit visueller Sprache: Sie dürfen laut sein, irritieren und vor allem Freude machen. Dabei verbindet Degel die Präzision des Designers mit der Freiheit des Künstlers – immer auf der Suche nach neuen Formen und Möglichkeiten, Bilder zum Sprechen zu bringen.

Maha Zarkout
Die Malerei von Maha Zarkout bewegt sich zwischen Licht und Dunkelheit, Bewegung und Ruhe. Die in Beirut geborene und seit 1996 in Frankfurt am Main lebende Künstlerin arbeitet abstrakt und konzentriert sich in ihren Arbeiten insbesondere auf die Möglichkeiten von Schwarz und Weiß.
Ihre Bilder entstehen in einem vielschichtigen Prozess. Schwarze Grundierungen bilden den Ausgangspunkt, auf denen zahlreiche Schichten aus Weiß, Schwarz und unterschiedlichen Grautönen entstehen. Linien, Spuren und grafische Strukturen überlagern sich, verschwinden und treten an anderer Stelle wieder hervor.
Dabei geht es nicht um die Abbildung eines konkreten Gegenstands. Vielmehr entstehen offene Bildräume, die Assoziationen an Landschaften, Wege, Bewegungen oder zeitliche Abläufe wecken können. Zarkout arbeitet intuitiv und zugleich konzentriert: Farbe, Linie und Fläche werden immer wieder neu ausgelotet.
So entwickelt jedes Bild seine eigene Dynamik und lädt dazu ein, genauer hinzusehen – und sich auf das Wechselspiel von Licht, Tiefe und Bewegung einzulassen.

Annett Gioia
Im Zentrum der Kunst von Annett Gioia steht der Mensch – und insbesondere die weibliche Figur. Ihre Arbeiten erzählen von Persönlichkeit, Emotionen und den vielen Facetten des Frauseins.
Gioia arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Techniken: von realistischen Porträts in Graphit und Kohle über Malerei mit Acryl und Öl bis hin zu Arbeiten mit Holz und dreidimensionalen Formen. Dabei interessiert sie nicht allein die äußere Erscheinung ihrer Figuren, sondern vor allem das, was sich hinter einem Blick, einer Haltung oder einer Geste verbirgt.
Ihre „urbanen Frauen“ sind keine idealisierten Abbilder. Sie wirken vertraut, eigenständig und nahbar. Farbe und Linie werden zu Mitteln, um innere Zustände sichtbar zu machen.
Gioias Arbeiten laden dazu ein, den dargestellten Frauen nicht nur als Bild, sondern als Persönlichkeit zu begegnen – und dabei vielleicht auch etwas über die eigenen Gefühle und Erfahrungen wiederzufinden.

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Die Ausstellung wurde vermittelt von kunst & kultur HARTENBACH. Die Agentur mit Sitz in Wiesbaden betreut und begleitet Künstler*innen sowie konzipiert und kuratiert Ausstellungen und kulturelle Projekte. kunst & kultur HARTENBACH versteht sich dabei als Schnittstelle zwischen Künstler*innen, Institutionen und Öffentlichkeit.